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Krankenhaus IT-Monitor 2023

Die Roland Berger Unternehmensberatung hat kürzlich den „Krankenhaus IT-Monitor 2023“ veröffentlicht. Dieser Monitor wurde zwischen dem 10. und 21. Juli 2023 unter den 600 größten Krankenhäusern im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Zielgruppe der Befragung waren die Geschäftsführungen und IT-Leitungen der teilnehmenden Kliniken.

Erwartungen der deutschen Krankenhäuser in den nächsten drei Jahren

Die Prognosen der deutschen Krankenhäuser für die kommenden drei Jahre umfassen:

  • Steigende IT-Budgets
  • Personalmangel
  • Überlastung in den IT-Abteilungen.

Hingegen werden größere Refinanzierungseffekte durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) nicht erwartet.

Herausforderungen im Zusammenhang mit dem KHZG

Die Kliniken sehen erhebliche Zweifel an der finanziellen Nachhaltigkeit der KHZG-Projekte. Insbesondere die Refinanzierung bereitet Sorge, wobei 60 Prozent der befragten Häuser erwarten, dass die verursachten Mehrkosten im IT-Betrieb nicht ausreichend refinanziert werden können. Geschäftsführer zeigen dabei mit 93 Prozent besonders hohe Skepsis.

Unzufriedenheit mit Krankenhausinformationssystemen (KIS)

Eine erhebliche Unzufriedenheit herrscht bezüglich der hauseigenen Krankenhausinformationssysteme (KIS). Lediglich 56 Prozent der befragten Geschäftsführer und CIOs sind mit der Funktionalität ihres KIS zufrieden. Die Differenzen in der Bewertung des Nutzens zwischen CIOs und Geschäftsführern sind auffällig, wobei nur 45 Prozent der Geschäftsführer mit der KIS-Lösung zufrieden sind.

Die Bewertung von zwölf abgefragten Funktionalitäten auf einer vierstufigen Skala zeigt, dass nur die Patientenverwaltung, Behandlungsdokumentation und Abrechnung Zufriedenheit hervorrufen. Die Benutzerfreundlichkeit und das Ressourcenmanagement werden besonders schlecht bewertet.

Cybersicherheit als wachsende Bedrohung

Ein weiteres drängendes Problem für viele Krankenhäuser ist die steigende Gefahr durch Cyber-Angriffe. Fast die Hälfte der befragten Häuser (44 Prozent) wurde in den letzten drei Jahren Opfer einer Cyber-Attacke. Für drei von fünf Kliniken führte dies zu zeitweiligen Systemausfällen, während knapp ein Drittel finanzielle Einbußen erlitt. Die Kosten solcher Angriffe können erheblich sein, wobei fast die Hälfte der betroffenen Kliniken bis zu 250.000 Euro Verlust verzeichnete, und für 15 Prozent der Schaden sogar noch höher ausfiel.

Peter Salathe

Autor

Peter Salathe

Peter Salathe hat umfangreiche Erfahrungen im vernetzten Gesundheitswesen gesammelt und ist als Head of Public Affairs Teil des m.Doc-Teams. Er begleitet die Entwicklung und Implementierung intelligenter Health-Services für die m.Doc Smart Health Platform mit der Kommunikation in Richtung Verbände und Politik. Mit seiner Expertise gestaltet er die Zukunft des Gesundheitswesens und schreibt die Beiträge zu dem monatlichen Newsbriefing „Digital Health Affairs“.